Filzläuse bekämpfen
Die Filzlaus ist ein sehr unangenehmer Parasit, zum Glück jedoch ohne weiteres Gesundheitsrisiko. Welche Mittel zur Filzläuse Behandlung gibt es?
Wer schon einmal von Läusen befallen wurde, der weiß, wie unangenehm diese Blutsauger sein können. Dabei ist die Filzlaus - die auch als "Schamlaus" bezeichnet wird - eine spezielle Art der Läuse, die sich in besonders lästiger Form bemerkbar machen kann. Wie wird man "Sackratten" am schnellsten wieder los? Muß man damit zum Arzt, oder bekommt man Mittel gegen Filzläuse rezeptfrei?
Filzläuse erkennen
Aussehen und Vorkommen von Filzläusen
Die Filzlaus, die den lateinischen Namen Pthirus pubis trägt, ist wie die meisten anderen Läuse ebenfalls ein Parasit. Sie ernährt sich mittels ausgepräger Mundwerkzeuge ausschließlich von menschlichem Blut. Tiere befällt sie nicht, nur Menschen.
Sie ist etwa 1 bis 1,5 Millimeter groß und daher mit bloßem Auge noch gut erkennbar. Die Filzlaus hat einen grauen Körper und eine breite, krabbenähnliche Erscheinung. Diese Lausart ist flügellos. Sie wird außerdem von 6 Beinen charakterisiert, die zapfenartig wachsen und kräftige Halteklauen besitzen. Mit diesen kann sie sich perfekt an menschlichen Haaren festhalten und pro Tag etwa 10 Zentimeter weit bewegen.
Filzläuse auf dem Kopf?
Filzläuse findet man nicht auf dem Kopf. Die Filzlaus bevorzugt die Leisten- und Genitalregion, wo sie sich im Schamhaar ihres Wirtes einnistet. Je nach Haarwuchs der befallenen Person kann sie sich jedoch auch an den Oberschenkeln oder im Achselbereich ausbreiten. In seltenen Fällen befällt sie schließlich auch die Barthaare oder sogar die Wimpern und Augenbrauen, was jedoch hauptsächlich in Krisenregionen unter hygienisch schlechten Bedingungen vorkommt. Im Kopfhaar ist sie dagegen nie zu finden. Den menschlichen Kopf überlässt sie ihrer Verwandten, der Kopflaus, die sich auf diesen Körperteil spezialisiert hat.
Während die Filzlaus nur etwa 24 Stunden außerhalb des menschlichen Körpers überleben kann, können ihre Eier hingegen deutlich längere Zeiten überdauern.
Filzläuse finden sich in den meisten Fällen im Schambereich, seltener in der Achselbehaarung, sehr selten auch in Bart, Augenbrauen oder Wimpern.
Vermehrung und Entwicklung
Als parasitierende Laus lebt die Filzlaus nicht nur unmittelbar am menschlichen Körper, sondern legt auch nach der Paarung ihre Eier direkt auf den Haaren ab. So kann das Weibchen etwa 25 bis 30 Eier beziehungsweise Nissen auf einmal legen. Diese klebt sie kurz oberhalb der Haut an die Haare, wo dann innerhalb von 6 bis 10 Tagen die Larven schlüpfen. Diese erreichen schließlich nach 10 bis 17 Tagen die Geschlechtsreife.
Verbreitung und Schädlingswirkung
Inzwischen hat sich die Filzlaus vollständig an den Menschen angepasst, sodass sie sich ausschließlich von menschlichem Blut ernähren kann. Sie tritt außerdem weltweit auf und befällt vor allem Menschen, die in unhygienischen Zuständen leben. Da sie weder fliegen, noch hüpfen oder springen kann, tritt sie auch nicht bei Haustieren auf. Ein Befall mit Filzläusen wird dabei als 'Phthiriasis' bezeichnet.
Filzlausbefall erkennt man typischerweise an folgenden Symptomen:
- Juckreiz im Genital- oder Leistenbereich
- rotbraune Flecken in der Bett- oder Unterwäsche
- graue oder blaue Flecken auf der Haut
- Nissen auf den Scham- oder anderen Körperhaaren
So können winzige rotbraune Flecken in der Wäsche auf die letzte Blutmahlzeit der Filzlaus hindeuten. Etwaige graue oder blaue Flecken auf der Haut sind hingegen auf den Biss der Laus zurückzuführen. Beim Biss kommt die menschliche Haut zudem stets mit dem Speichel der Filzlaus in Kontakt, gegen den viele Betroffene allergisch reagieren. In Folge der Reaktion können die betroffonen Hautstellen schließlich sehr stark zu jucken beginnen, was den Befall besonders unangenehm macht.
Trotz der unschönen Symptome einer Phthiriasis muss man sich jedoch nicht vor Infektionskrankheiten fürchten. So zäht ein Filzlausbefall zwar zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Eine Ansteckung mit Aids, Clamydien oder anderen Krankheiten ist duch die Filzlaus direkt jedoch nicht möglich. In Folge eines möglichen starken Juckreizes sind die betroffenen Hautpartien jedoch anfällig für mögliche Krankheitserreger, sodass ein Befall umgehend behandelt werden sollte.
Die 1 bis 1,5 mm große Filzlaus (Pthirus pubis) befällt ausschließlich Menschen.
Übertragung von Filzläusen
Die Übertragung der Filzlaus wird vor allem durch engen Körperkontakt, in manchen Fällen durch Textilien ermöglicht. So werden die Parasiten typischerweise beim Geschlechtsverkehr von Mensch zu Mensch übertragen. Sie können jedoch gelegentlich auch durch Unterwäsche, Handtücher oder Bettwäsche übertragen werden.
Da sie außerhalb des menschlichen Körpers nicht lange überleben können, kommt daher neben direktem Körperkontakt nur frisch benutzte Leibwäsche für eine Übertragung in Betracht. Filzläuse Übertragung auf einer Toilette ist zwar theoretisch denkbar, kommt aber praktisch wohl kaum jemals vor. Auch in einer Sauna werden Filzläuse wohl nur im absoluten Ausnahmefall übertragen. Schließlich ist ihre Fortbewegung so langsam, dass sie gar nicht in kurzer Zeit auf eine andere Person hinüber krabbeln können. Wohlgemerkt ist die Übertragung bei intimem Körperkontakt dagegen sehr leicht möglich.
Haustiere wie Hund und Katze sind keine Überträger und werden nicht von Filzäusen befallen. Sie stellen deshalb keinen Risikofaktor dar.
Für die Behandlung von Filzläusen gibt es schließlich verschiedene chemische Mittel. Aber auch durch eine umfassende Haarentfernung sowie gründliche Reinigung von Wäsche und Haustextilien kann man den unangenehmen Parasiten entgegenwirken.
Filzläuse sind lästig, aber nicht gefährlich
Was die Filzlaus besonders unangenehm macht, ist der lästige Juckreiz, den sie hervorrufen kann. Gleichzeitig ist von ihr jedoch keine Übertragung lebensbedrohlicher Krankheiten wie bei Zecken oder Körperläusen zu befürchten. Da sie jedoch hauptsächlich unter unhygienischen Umständen, wo Krankheitserreger häufig nicht weit entfernt sind, auftritt und sie die Haut stark reizen kann, sollte sie in jedem Fall sofort behandelt werden. Filzläuse Übertragung findet in den allermeisten Fällen durch Geschlechtsverkehr statt. Ohne frisches Blut werden die Parasiten schnell schwach und träge und müssen spätestens nach 12 bis 24 Stunden verhungern.
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Mittel gegen Filzläuse
Filzläuse können genauso wie Kopfläuse mit speziellen Shampoos und Cremes behandelt werden. In der Regel enthalten diese die Wirkstoffe Pyrethrin und Piperonylbutoxid. Es ist darauf zu achten, dass die Sexualpartner befallener Personen ebenfalls behandelt werden. Man kann die Parasiten auch mit einem Läusekamm oder ähnlichem entfernen, einzeln mit der Hand abzupfen oder die befallenen Hautbereiche rasieren.
Filzäuse möchte man verständlicher Weise so schnell wie möglich loswerden. Es gibt im Haushalt Filzläuse Mittel, die dabei diskret und effektiv helfen. Einige Mittel gegen Filzläuse sollte man jedoch besser in der Apotheke besorgen. Läusemittel werden in der Medizin übrigens als Pedikulozide bezeichnet. Ein normales Shampoo erfüllt diesen Zweck jedoch definitiv nicht!
Mittel gegen Filzläuse sind die gleichen wie gegen Kopfläuse, das Bekämpfen von Läusen am menschlichen Körper erfolgt daher in allen Fällen den gleichen Methoden. Der einzige Unterschied besteht darin, dass man an befallene Körperstellen mit kurzer Behaarung nicht mit Hilfe eines Nissenkamms (Läusekamm) die Nissen herauskämmt.
Man muss darauf auchten, sowohl die Filzläuse, als auch die Nissen und Eier zu bekämpfen. Im Allgemeinen werden insektizidhaltige Medikamente in Form von Lösungen, Sprays oder Shampoos angewendet. Sie sind oft apothekenpflichtig oder sie werden vom Arzt verschrieben. Manche enthalten Allethrin oder synthetische Pyrethroide und sind absolut erfolgreich, wenn man sie korrekt anwendet. Der Wirkstoff Lindan ist für Insekten ein sogenanntes Fraßgift oder Atemgift.
Filzläuse Wimpern
Vor allem bei Kindern kann es vorkommen, dass sich Filzläuse an den Augenwimpern befinden. Diese können mit Vaseline-Salbe bekämpft werden. Mit anderen Mitteln sollte man sehr vorsichtig sein, da das Auge gereizt werden könnte. Besser sollte ein Arzt hinzugezogen werden, der möglicherweise Augentropfen oder eine aktive Salbe verschreibt.
Aber auch natürliche Mittel mit insektiziden Naturprodukten wie Pyrethrum, NEEM-Extrakt oder auch Teebaumöl sind sehr wirksam. das rein mechanisch wirkende Silikonöl Dimeticon zeigt ebenfalls gute Wirkung. Es verstopft die Atemwege der Läuse und lässt sie ersticken. Manche pflanzliche Öle haben eine ähnliche Wirkung.
Achtung: Bitte denken Sie daran, dass die Behandlung bei den meisten Mitteln wenigstens einmal wiederholt werden muß, da aus den winzigen Läuseeiern nach einigen Tagen eine weitere Läusegeneration schlüpft.
Filzläuse Behandlung
Wenn eine Verdacht auf Befall mit Filzläusen besteht, sind Vorsichtsmaßnahmen unabdinglich, damit eine Ausbreitung verhindert wird. In erster Linie ist intimer Körperkontakt zu vermeiden. Aber auch Kleidung, Bettwäsche und Handtücher sollten strikt getrennt werden.
Mit einem speziellen Nissen- bzw. Läusekamm mit sehr engem Zahnstand können sowohl die Läuse als auch Nissen aus den Haaren entfernt werden. Eine ergänzende Behandlung ist jedoch zusätzlich erforderlich. Mit dem Kamm allein können nämlich meist nicht alle Parasiten restlos entfernt werden.
Mit einem besonderen Läuse Shampoo werden Filzläuse und ihre Nissen abgetötet. Im Allgemeinen ist wenigstens eine weitere Anwendung notwendig. Die Behandlung hat genau nach der beiliegenden Anleitung zu erfolgen, um erfolgreich zu sein.