Ist die Große Zitterspinne giftig?
Die Große Zitterspinne wird auch Langbeinspinne oder Langbeinige Kellerspinne genannt und hat tatsächlich einen giftigen Biss - allerdings nicht für uns Menschen. (Mehr dazu weiter unten.) Ihr wissenschaftlicher Name ist heißt auf lateinisch Pholcus phalangioides. Sie gehört zu der für uns sehr nützlichen Gruppe der Kellerspinnen. Von diesen wiederum gibt es mehr als 20 Arten, die großenteils ebenfalls recht lange Beine haben.
Große Zitterspinnen sind oft in dunklen und feuchten Räumen wie Kellern und Nebengebäuden zu finden, wo sie in ihrem Netz auf Beute lauern. Spinnen sind generell nicht als Schädlinge zu bekämpfen. Vielmehr sollten sie als Lästlinge soweit möglich geduldet werden. Tatsächlich vermindern sie nämlich die Anzahl von Schadinsekten im Haus.
Wie sieht die Große Zitterspinne aus?
Das auch als langbeinige Kellerspinne bezeichnete Tier ist aufgrund seiner sehr langen Beine sehr leicht zu identifizieren. Sie ist blass gelb-braun, bis auf einen großen grauen Fleck in der Mitte des Körpers. Acht ausgesprochen lange, fast durchscheinende, dünne Beine tragen einen kleinen Körper. Dieser ist mit feinen grauen Haaren bedeckt.
Der Kopf hat um die Augen herum eine dunklere Farbe. Eine durchscheinende Linie markiert das Rückengefäß. Die Zitterspinne besitzt 8 Augen: zwei kleine Augen vor den beiden größeren Augen, die in Dreiergruppen angeordnet sind. Die Körper der Weibchen sind 7 bis 8 mm groß, die der Männchen etwa 6 mm. Die dünnen Beine kommen auf eine Länge von bis zu 60 mm.
Jagdverhalten der Zitterspinne
Diese Spinnen bauen große und flache Netze, die sie an die unregelmäßigen Formen der umgebenden Objekte anpassen. Die Stege der Netze sind normalerweise horizontal ausgerichtet.
Die Große Zitterspinne gilt als erfolgreicher Räuber und vertilgt und dezimiert Haushaltsschädlinge sowie auch andere Spinnenarten. Sie injiziert ihrer Beute ein schnell wirkendes Nervengift durch einen schnellen Biss. Anschließend spinnt sie ihr Opfer zur Aufbewahrung geschickt in einen Fadenkokon ein. Bei Nahrungsknappheit scheuen sich Zitterspinnen nicht, auch eigene Artgenossen zu verspeisen. Besonders die Weibchen dringen in das Netz anderer Spinnen ein, um diese zu fressen und sich das fremde Netz anzueignen und damit Beute zu fangen.
Zitterspinnen im Haus?
Falls Sie Zitterspinnen im Haus finden, stehen Sie nicht alleine da. Die Große Zitterspinne kommt auf der ganzen Welt vor, bevorzugt in gemäßigten oder tropischen Regionen. In städtischen Räumen sind sie am häufigsten an ungestörten Standorten mit schlechten Lichtverhältnissen zu sehen, an Decken und Wänden von wenig genutzen Zimmern, in Abstellkammern und Kellerräumen. Auch in den meisten landwirtschaftlich genutzten Gebäuden spinnen sie ihre Netze.
In Deutschland sind bislang zwei Arten bekannt, die wahrscheinlich aus dem östlichen Mittelmeerraum oder Kleinasien eingewandert sind. In der Natur lebt die Spinne in Savannen, Wäldern und Wiesen. Dort halten sie sich vor allem unter Felsvorsprüngen, in Höhlen und in den Hohlräumen toter Bäume auf.
Die Zitterspinne im Vergleich
Neben der hier beschriebenen Großen Zitterspinne ist in Deutschland auch die Kleine Zitterspinne heimisch. Vom Aussehen her sind die beiden nur schwer zu unterscheiden, allerdings bringt die Kleine Zitterspinne es nicht auf die eindrucksvolle Größe ihrer Verwandten. Sie begegnet uns normalerweise auch eher in Wald und Garten anstatt im Haus oder in der Wohnung.
Im Vergleich Zitterspinne vs Winkelspinne ist die Zitterspinne aufgrund ihrer langen Beine die größere. Hingegen hat die Winkelspinne, die man auch unter dem Namen Hausspinne kennt, den größeren Leib und kräftigeren Körperbau. Auch wenn man es bei ihrem Anblick kaum glauben möchte, enden Winkelspinnen nicht selten im Magen einer Zitterspinne.
Die Große Zitterspinne wird häufig mit dem Weberknecht verwechselt. Obwohl sein Name anderes andeutet, webt dieser jedoch keine Netze. Auch hält sich der Weberknecht meist nur an der Außenseite von Gebäuden auf.
Woher kommt der Name Zitterspinne? Die Spinne hat eine auffällige Eigenheit. Wird sie gestört, dann kann sie ihrem Körper in schnelle Schwingungen versetzen, während die Beine sich am Netz festhalten. Durch die schnellen Schwingungen ist die Spinne schlecht zu orten, was vermutlich eine Form der Tarnung vor Freßfeinden ist. In Gebäuden ist dieses Verhalten jedoch selten zu beobachten.
Vermehrung von Zitterspinnen
Paarung der Großen Zitterspinne
Die meiste Zeit lebt die Zitterspinne als Einzelgängerin. Zur Paarung folgen männliche Spinnen die Weibchen, indem sie ihrer Pheromon Duftspur folgen. Männliche Zitterspinnen paaren sich häufiger mit größeren als mit kleineren Weibchen. Dies steigert den Fortpflanzungserfolg, weil größere Weibchen mehr Eier produzieren.
Vor der Paarung legt das Männchen etwas Sperma auf einem kleinen Netz ab, um es in es spezielle Körperhöhle einzuführen. Die Paarung kann mehrere Stunden dauern. In dieser Zeit legt das Männchen sein Sperma in einer Öffnung an der Unterseite des Weibchen ab. Die Weibchen speichern das Sperma bis es Zeit wird, die Eier zu befruchten. Dieser Zeitpunkt hängt von der Verfügbarkeit von Nahrung ab.
Da die Spermien einige Zeit aufbewahrt werden, kann sich ein Weibchen immer wieder paaren. In diesem Fall mischt sich das Sperma der Männchen im weiblichen Körper. Das Sperma des letzten verpaarten Mannes hat jedoch Vorrang bei der Befruchtung der Eier. Die Brutzeit liegt zwischen Juni und September.
Zitterspinnen Nachwuchs
Nachdem das Weibchen die Eier abgelegt hat, wickelt es diese in Seidenfäden ein und trägt sie dann an der Unterseite seines Körpers mit sich herum. Weibliche Zitterspinnen können in ihrem Leben bis zu drei Eikokons mit jeweils jeweils 10-60 Eiern produzieren. Die Kokons bestehen aus einer dünnen, durchsichtigen Seidenschicht und werden im Kiefer transportiert. Die Ansammlung von Eiern verleiht dem Sack das Aussehen einer unreifen Brombeere. Die Weibchen tragen die Eiersäcke so lange mit sich herum, bis die Jungtiere schlüpfen.
Die frisch geschlüpften Spinnen klammern sich ebenfalls noch für kurze Zeit an ihre Mutter. Die Mutter wacht noch etwa neun Tage über die Brut. Dann verlassen die jungen Spinnen das Netz, um nach einem geeigneten Ort zu suchen, wo sie ihre eigenen Netze bauen können. Und wie alt wird eine Zitterspinne? Einzelne Exemplare können bis zu drei Jahre alt werden.
Zitterspinnen im Ökosystem
Da ihre Nahrung in erster Linie aus Insekten besteht, spielen diese Spinnen eine wichtige Rolle bei der Bestandskontrolle diverser Insektenpopulationen. Man kann sogar eine positive wirtschaftliche Bedeutung für die Menschenfesthalten, da die Spinne bei der Schädlingsbekämpfung hilft. Derzeit ist diese Art weder gefährdet noch bedroht und steht auf keiner Schutzliste.
Fazit
Die Große Zitterspinne (Pholcus phalangiodes) besitzt wie alle Spinnen acht Beine. Ihr Körper wird bis zu acht mm groß- mit Beinen gemessen werden es an die 10 cm. Sie lebt bevorzugt in feuchten und dunklen Räumen. Ihre Beute besteht hauptsächlich aus kleinen Insekten und anderen Spinnen, die mithilfe von Gift getötet und verdaut werden. Zitterspinnen sind zu den Schädlingen zu zählen, sondern allenfalls als Lästlinge anzusehen. Im Haushalt verringern sie die Anzahl verschiedener Schadinsekten.
Die Grosse Winkelspinne kann an ihren langen, dünnen Beinen leicht erkannt werden.